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Huflattich - ein erster Frühlingsbote mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten

Mittlerweile besinnen sich immer mehr Menschen auf die Schätze von Mutter Natur - und diese sind beachtlich: Um sich gegen Fressfeinde, Parasiten und Krankheiten zu schützen, wehren sich die Pflanzen mittels ihrer Inhaltsstoffe, gewissermaßen chemisch. Kräuter besitzen eingelagerte Mineralstoffe, Schutzstoffe, ätherische Öle, antibakterielle oder antivirale Substanzen. 
Mehr als 100.000 dieser pflanzlichen Stoffe sind bekannt – viele davon sind für uns Menschen sehr gesund. Ob frisch, getrocknet, gepresst, zerrieben: Wir verwenden Kräuter, um unser tägliches Essen aufzuwerten und zu bereichern, aber auch als Mixturen, Tinkturen, Tees oder Umschläge. 

Ein erster Bote des Frühlings ist der Huflattich. Er gehört neben Krokussen und Schneeglöckchen zu den ersten Pflanzen, die im beginnenden Frühling blühen. Hier kann man wunderbar die vielen verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Pflanzen in unserer Heimat veranschaulichen.

Huflattich (Tussilago farfara)

Der Namenszusatz der botanischen Bezeichnung farfara enthält eine direkte Beschreibung der Blätter. Farfara - „von Mehl getragen“, so sieht die Unterseite der Blätter des Huflattichs aus. Feine Härchen lassen die Blätter erscheinen, als wären sie mit Mehl bepudert. Dass die Gestalt der Blätter hufförmig ist, verrät die Vorsilbe, während „lattich“ von der lateinischen Vokabel für Milch steht und auf den Milchsaft der Pflanze verweist.
Hutlattich gehört zur Familie der Korbblütler und ist daher mit anderen Kräutern wie Löwenzahn, Estragon, Stevia oder der Ringelblume verwandt. Er entwickelt leuchtend gelbe Korbblüten. Verwendbare Pflanzenteile sind Blätter, Blüten, Triebe und Wurzeln.

Verwendung von Huflattich in der Küche:

Löwenzahn, Giersch und Gänseblümchen sind Pflanzen, die als Wildkräuter in Salaten immer beliebter werden. Huflattich als essbare Pflanze ist hingegen relativ unbekannt. Verwendet werden die Blüten ebenso wie die frischen Blatttriebe – als Rohkost oder kurz blanchiert.
Huflattich hat einen leicht pfeffrigen Geschmack ist herzhaft und kann in kleinen Mengen als Gemüse verzehrt werden. Hierzu sollte es kurz aufgekocht werden und mit etwas Salz gewürzt werden. Der Geschmack eignet sich hervorragend zu Kartoffelgerichten oder zu Reis.
Huflattichblätter eignen sich für die Zubereitungen von gefüllten Gerichten. In die Blätter können Käse oder Cremes eingefüllt werden.
Auch wenn der Einsatz in der Küche aus kulinarischen Gründen möglich ist, sollte das Kraut nie in großen Mengen und auch nur selten verzehrt werden. Huflattich enthält toxische Pyrrolizidinalkaloide, die in großen Mengen konsumiert, zu Leberschädigungen führen können. Um tatsächliche Leberschäden davonzutragen, müsste der Huflattich jedoch in hohen Dosen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Letztlich enthält der Huflattich so wenig davon, dass viele Experten davon ausgehen, dass er ungiftig ist.

Huflattich als Hausmittel:

Huflattich ist als Arzneipflanze in Vergessenheit geraten. Dabei machen die schleimlösenden Inhaltsstoffe Huflattich erprobtem Heilkraut gegen diverse Leiden im Bereich der Bronchien (z.B. Bronchitis, Husten, Heiserkeit, allgemeiner Erkältung). Ich vertreibe den Husten – so lautet die Übersetzung des botanischen Namens Tussilago.
Darreichungsmöglichkeiten:
  • Huflattich Tee
  • Huflattich Honig
  • Huflattich Salbe

Selbstgemachter Huflattichhonig:

  1. Zerkleinern Sie je 25 g getrocknete Huflattich Blätter und Fenchelsamen im Mörser
  2. Übergießen Sie die Kräuter mit 3/4 l kochendem Wasser.
  3. Geben Sie 1 cm frische, klein geschnittene Ingwerwurzel hinzu
  4. Köcheln Sie die Mischung auf etwa ein Drittel ein.
  5. Fügen Sie 1 Glas Bio-Honig (ca. 225 g) hinzu
  6. Lassen Sie den Sirup kurz aufwallen.
In einer dunklen Flasche hält sich dieser Sirup ein halbes Jahr im Kühlschrank. Nehmen Sie bei Atemwegsbeschwerden 2- bis 4-mal täglich einen Teelöffel Sirup pur oder in Tee gelöst ein.

Huflattich äußerlich angewendet als Salbe:

Aufgrund der entzündungshemmenden Inhaltsstoffe wird Huflattich bei Hautproblemen, kleineren Schürfwunden, Pickeln, Hautunreinheiten und Ekzemen eingesetzt. Betroffene, die unter trockener Haut leiden, können Huflattichextrakte oder -salben verwenden. Die Heilpflanze enthält antibakterielle Substanzen, die Entzündungen entgegenwirken können. 

Fazit:

Die Kräuterkunde erfährt in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung und das zu Recht: Kräuter sind die Medizin von Mutter Natur und sollten reichlich verwendet werden. Sie lassen sich vielseitig einsetzen und sind daher ein willkommener Gast in jedem Haushalt. 
Autorin: Petra Walter
© pursana akademie