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Happy Food: Positives Lebensgefühl ist essbar

Wir sind, was wir essen. Das spiegelt sich nicht nur im Zustand von Knochen, Muskeln, Stoffwechsel und Organen wider, sondern auch in unserer Stimmung. Zahlreiche Studien haben den Einfluss von bestimmten Nahrungsmitteln auf unsere Psyche untersucht. Die essentiellen Aspekte dabei sind:

  • Sinne: Geruch und Geschmack sind eng mit Erinnerungen und Empfindungen (Vorfreude, Geborgenheit, Ekel, positive Erinnerungen usw.) verknüpft
  • Hormonsteuerung durch die Aufnahme von Lebensmitteln, die zum Beispiel für die Serotonin-Synthese benötigt werden
  • Darm-Hirn-Achse mit Bakterien im Darm, die psychoaktive Botenstoffe produzieren
  • Nahrungsmittelbestandteile wirken direkt auf das Gehirn: zum Beispiel enthalten Schokolade und Marihuana ähnlich wirkende Substanzen
Gemüse und Obst-Konsum in Deutschland: „5 am Tag“ erscheint bereits als nicht mehr aktuell!
„5 am Tag“: Zwei Portionen Obst (ca. 250 g) und drei Portionen Gemüse (ca. 400 g) pro Tag empfehlen DGE und WHO seit langem. Die Begründung dieser Empfehlung basiert auf der Verringerung des Risikos an chronischen Erkrankungen bei häufigem Verzehr von Gemüse und Obst. Doch diese Zahlen werden beim Großteil der Europäer nicht erreicht. Eurostat, das statistische Amt der EU veröffentlichte 2014 als Ergebnis einer Gesundheitsbefragung folgende Zahlen:
  • für die EU: Nur 14,1 % essen täglich die empfohlenen 5 Portionen Gemüse und Obst.
  • für Deutschland (je höher der Bildungsgrad, desto eher wird die Empfehlung berücksichtigt): Nur 9,9 % nehmen die empfohlenen 5 Portionen zu sich.
Viele Wissenschaftler empfehlen 8-10 Portionen Obst und Gemüse täglich. 
 
Je mehr Gemüse und Obst, desto besseres Wohlbefinden! 
Neben vielen bereits nachgewiesenen Vorteilen für unsere physische Gesundheit belegten nun neue Studien auch den Einfluss der Ernährung auf unser psychisches Wohlbefinden und auf unsere Zufriedenheit. Jede Person kann ihre Zufriedenheit und ihr Wohlbefinden mit häufigem Obst- und Gemüsekonsum steigern – und das in kurzer Zeit. Dies zeigt eine neue Studie mit dem sprichwörtlichen Namen „Lettuce be happy“ aus England, bei der Daten von über 40.000 Briten analysiert wurden. (Quelle: Soc Sci Med. 2019 Feb;222:335-345. doi:10.1016/j.socscimed.2018.12.017. Epub 2019 Jan 7.) 
 
Ernährung und Psyche: Depression kann verbessert werden
Auch bei Personen mit Depression hat die Ernährung einen erheblichen Einfluss. 2017 setzten sich australische Wissenschaftler in der randomisierten Fall-Kontroll-SMILES-Studie 3 mit der Fragestellung auseinander, wie Ernährung und Depression zusammenhängen. Die Probanden litten unten mittelschweren bis schweren Depressionen. In der Studie wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt: Beibehalten der bisherigen ungesunden Ernährung und Umstellung auf eine mediterrane Diät. Ergebnis war, dass die Gruppe, die sich mediterran ernährte, nach 12 Wochen eine signifikante Verbesserung der depressiven Erkrankung wahrnahm. Vor allem folgende Lebensmittel wurden auf den Speiseplan gesetzt bzw. gestrichen:
 
PRO
Olivenöl
Obst und Gemüse
Vollwertprodukte
Hülsenfrüchte
Mageres Fleisch
Fisch
KONTRA
Fast Food
stark verarbeitete Produkte wie Wurstwaren
Weißmehl, raffinierter Zucker
Softdrinks
frittierte Lebensmittel
Süßigkeiten
Buntes Glück: ein täglich hoher Gemüse- und Obstverzehr trägt also nicht nur zu unserer Gesunderhaltung bei, schon Umwelt und Ressourcen, sondern steigert auch nachweislich unsere Zufriedenheit und Wohlbefinden.
Autorin: Kerstin Lerchl 
© pursana akademie